Gute Regenhosen: Unsere Empfehlungen 2017
Tests, Pflege-Tipps & Kaufberatung

Ob Hamburger Sommer oder Mountainbike-Tour im bayrischen Wald – wer später nicht sprichwörtlich ‚im Regen‘ stehen will, sollte sich über die Auswahl der Regenhose im Vorfeld Gedanken machen. Da der Markt mittlerweile groß und die Auswahl nahezu unübersichtlich ist, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, verschiedene Modelle für euch zu testen, damit ihr jeder Wetterlage und Situation trotzen könnt. Eine gute Regenhose muss nicht nur Nieselregen standhalten, sie muss auch ‚Wasser von unten‘ trotzen (siehe Regenhose Fahrrad). Doch wir wollen gar nicht so viel im Vorfeld reden, sondern direkt zur Sache kommen:

Gefütterte Gore-Tex-Regenhosen im Test

Welches Modell passt zu mir?

An erster Stelle sollte man sich überlegen, welche Regenhose am besten zu einem passt. Soll es ein leichtes, transportierbares Modell sein, was man im Falle eines Falles eben über die normale Hose streifen kann? Oder eine gefütterte Regenhose, die jene ersetzt und als vollwertiges Kleidungsstück getragen wird?

Erstere ist vor allem für den Alltag geeignet, da man sie problemlos in jeder Tasche unterbringen kann. Für Spaziergänger (ob mit oder ohne Hund), Backpacker, Reiter und Fahrradfahrer ist diese Variante von Vorteil, da auch ein überraschender Regen ihnen nichts mehr anhaben kann. Der Nachteil ist die oftmals niedrige Atmungsaktivität dieser Regenhosen, sodass sie möglichst nur die Dauer des Regenschauers getragen werden sollten. Ansonsten droht Schwitzgefahr.

Auf der anderen Seite stehen die gefütterten Regenhosen, die in ihrer Funktionalität unübertroffen sind. Sie werden wie eine ’normale‘ Hose angezogen und sind mit verschiedenster Fütterung ausgestattet, sodass man zwischen leichtem Thermofutter, aber auch wintertauglichen Modellen (sogenannten ‚Hardshells‘) wählen kann. Man spart sich das lästige An- und Ausziehen und ist gerüstet gegen Dauerregen und Kälte, was diese Variante zum idealen Begleiter für Jäger, Kanufahrer, Bergsteiger und Outdoorsportler, wie zum Beispiel Skifahrer, macht. Gerade letztere sollten vor allem auf Regenhose mit Latz und Trägern achten, da diese Kältebrücken vermeiden – alle anderen sind nicht zwangsläufig darauf angewiesen.

Wer billig kauft, kauft oft zweimal

Kaum fallen die ersten Blätter von den Bäumen wird der Briefkasten überschwemmt mit Prospekten – die Discounter übertrumpfen sich mit augenscheinlich günstigen Regenhosen in allen Farben und Formen. Doch lohnt sich das vermeintliche Schnäppchen von ALDI, Lidl, Tchibo und Co?

Oftmals wird an der Qualität gespart und das ist weder nachhaltig, noch gut für unseren Geldbeutel. Lieber investiert man einmal in eine qualitativ hochwertige Regenhose, als mehrmals in das günstige Modell – denn oftmals entpuppt sich ein Schnäppchen dann eben doch als Flop. Vor allem die niedrige Wassersäule bei vielen Modellen empfinden wir als kritisch. (Stand 2016)

Aktmungsaktive Damenregenhose.
Gute Herrenregenhose zum Wandern
Kurze Kinderregenhose ohne Latz.
Wasserdichte Fahrradregenhose zum Überziehen.

Was ist wichtig bei der Wahl der passenden Regenhose?

Ob Damen– oder Herrenmodelle, Regenhosen für Kinder, Fahrradfahrer oder Reiter: Einige Kriterien sollten ausnahmslos alle Modelle erfüllen:

1. Wasserdichte

Was nützt einem die schickste Regenhose, wenn man am Ende doch nasse Füße hat? Das Label ‚wasserabweisend‘ hat schon öfter für Irritationen gesorgt – denn wasserabweisend bedeutet in der Praxis nicht zwangsläufig auch dicht. Rein rechtlich spricht man schon ab einer Wassersäule von 4000mm von einer wasserdichten Hose, empfehlenswert ist aber eine selbige ab 15000mm aufwärts. Als Outdoor-Sportler sollte man sich überlegen, auf Wassersäulen ab 28000mm zurückzugreifen.

2. Material

Auch hier gilt: Wer billig kauft, kauft oft zweimal. Einer der wichtigsten Materialkriterien bei Regenhosen ist die Verarbeitung der Nähte – hier sollte man besser zweimal hinschauen, denn das wasserabweisendste Material nützt einem nichts, wenn die Feuchtigkeit sich durch unsaubere Nähte ins Innere der Hose schmuggelt. Auch andere Gimmicks, wie zum Beispiel Reißverschlüsse oder Taschen, sollten wasserdicht oder zumindest abgedeckt sein damit sie keine Schwachstelle bilden. Zudem sollte das Material robust sein (bei Fahrradfahrern vor allem im Gesäß), damit ihr mehr als eine Saison von eurer Hose profitieren könnt. Und nicht nur zur Wasserdichte, sondern auch gegen Verschmutzung hilft eine gute Imprägnierung – modernste Techniken lassen den Dreck quasi von euch abprallen.

3. Atmungsaktivität

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Auswahl der perfekten Regenhose ist die Atmungsaktivität jener. Wie schon bei der Wassersäule gilt: Je mehr, desto besser. Vor allem Menschen, die viel Outdoor-Sport betreiben sollten auf dieses Merkmal achten, ebenso Jäger und Wanderer. Für denjenigen, der nur eine kurze Runde mit dem Hund dreht ist dieser Punkt eventuell nicht ganz so wichtig, denn gutes, atmungsaktives Material bringt Mehrkosten mit sich: Hier sollte aber definitiv nicht gespart werden. Nur atmungsaktive Regenhosen versichern ein angenehmes Tragegefühl und verhindern, dass man nach einiger Zeit in seinem eigenen Schweiß steht – der menschliche Körper produziert bei körperlicher Aktivität bis zu einem Liter Flüssigkeit die Stunde.

4. Passform

Besitzt die Hose einen dehnbaren Bund? Ist die Kniepartie vorgeformt? Gibt es die Möglichkeit, die Beinweite mithilfe von Klettverschlüssen anzupassen? Klebt das Material auf der Haut? Viele kleine Details machen die Regenhose erst zum Alltagshelfer. Bezüglich der Passform gibt es zwei große Unterschiede: Leichte Überhose oder gefütterte Regenhose? Zweiteres bringt zwar eine verminderte Anpassungsfähigkeit mit sich, bietet jedoch enorme Vorteile (siehe oben).

5. Sicherheit

Last but not least: Sicherheit. Regenhosen werden meist in der dunklen Jahreszeit getragen, sodass es essentiell wichtig ist, gesehen zu werden. Verfügt die Hose über einen Reflektor – oder im Idealfall mehrere Reflektorstreifen – sehen euch nahende Auto- oder Radfahrer schon von weitem.

Wasserdichtes und atmungsaktives Gore-Tex-Futter

GoreTex® – die Königin unter den Outdoor-Materialien

Wer nach der richtigen Regenhose sucht kommt an dem Begriff GoreTex® nicht vorbei. Seit Einführung in den 70er Jahren wächst jährlich die Fangemeinde des winddichten Outdoor-Materials – doch was genau kann dieser Stoff eigentlich?

Erst einmal: GoreTex® ist kein ’normaler‘ Stoff. Die Membrane, das Herzstück des Materials, besteht aus einer extrem dünnen Schicht Polytetrafluorethylen. Mit mehr als 1,4 Milliarden Poren pro Quadratzentimeter ist es dampfdurchlässig und leitet effektiv Schweiß vom Körper nach außen. Trotzdem ist das Material dicht genug, um sowohl wind-, als auch regenfest zu sein – dies wird durch eine imprägnierte Außenschicht gewährleistet. Auf der Innenseite haben wir dann ein Fütterungsmaterial, damit die GoreTex® Regenhose auch bequem am Körper liegt.

GoreTex® garantiert sowohl Schutz, als auch den höchsten Tragekomfort. Zudem gilt das Material als höchst langlebig und mit der richtigen Pflege kann ein Kleidungsstück aus diesem Material ein Stück für die Ewigkeit werden.

Die richtige Pflege

Da Regenhosen hauptsächlich für den Outdoor-Bedarf genutzt werden, kommen wir ums Thema ‚Pflege‘ nicht ganz herum. Die meisten modernen Materialien sind so imprägniert, dass ein Großteil des Schmutzes einfach ‚abprallt‘; hundertprozentig vermeiden lässt er sich nicht. Regenhosen sollten nicht einfach mit der anderen Schmutzwäsche in die Maschine geworfen werden, sie benötigen spezielle Pflege – die ist aber gar nicht so schwer, wie man sich das vorstellt. In erster Linie ist immer auf Produkthinweise des Herstellers zu achten – in den meisten Fällen hält es sich aber ähnlich, sodass wir für euch eine allgemeine Anleitung geschrieben haben um Anfänger-Fehler zu vermeiden.

Vorbereitung

Bereite deine Wäsche richtig vor. Auf links gewendet wird das Außenmaterial beim Waschen geschont. Schließe alle Reißverschlüsse, Knöpfe und Taschen. Es bietet sich die Nutzung eines Waschbeutels an, da das Material so vor eventuellen Gefahren der Waschmaschine (zum Beispiel abstehendes Kleinstmetall) geschützt wird. Grundsätzlich sollten Regenhosen immer separat gewaschen werden, meide also zusätzliche Wäsche in der Waschmaschine.

Das passende Waschprogramm

Wenn es vom Hersteller nicht anders angegeben ist, können Regenhosen bei 40 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden. Zu empfehlen ist hier das ‚Pflegeleicht‘-Programm, sowie andere Waschgänge, in denen viel Wasser in die Maschine gepumpt wird (schaut in der Bedienungsanleitung eurer Maschine nach! ‚Pflegeleicht‘ ist allerdings ein Standart-Programm, welches jede handelsübliche Maschine haben sollte). Achtet darauf, dass ihr einen möglichst niedrigen Schleudergang einstellt um das Material zu schonen. Ebenso sind ein bis zwei Nachspül-Gänge, nur mit Wasser, zu empfehlen.

Das richtige Waschmittel

Da die Stoffmembrane von Regenhosen sehr fein sind, empfiehlt es sich, ein Flüssigwaschmittel für den Waschgang zu nutzen, da Pulverwaschmittel sich in den kleinen Zwischenräumen ablagern können und die Atmungsaktivität verringern. Im Idealfall besorgt man sich ein spezielles Waschmittel für Outdoor-Bekleidung – dies ist zwar etwas teureres als herkömmliches Waschmittel, aber zahlt sich längerfristig aus. Vermeide unbedingt Produkte, die Bleichmittel oder Fleckenentferner beinhalten, da diese dem Material nur schaden. Generell gilt: Je weniger Waschmittel, umso besser!

Vermeide Weichspüler!

Dieser verstopft ebenso wie unpassendes Waschpulver die feinen Stoffporen, was bedeutet, dass die Atmungsaktivität nicht mehr gewährleistet ist. Ein klammes Gefühl entsteht und der Schweiß wird nicht mehr richtig nach außen geleitet.

Tipp: Solltest du (oder ein übereifriger Mitbewohner) versehentlich Weichspüler benutzt haben, dann wasche deine Hose einfach in 2-3 Waschgängen mit ausreichend Wasser. Dies sollte den Weichspüler aus dem Material spülen.

Imprägnierung reaktivieren

Nach der erfolgreichen Reinigung geht es ans Eingemachte: Die Imprägnierung muss wiederhergestellt werden. Man lässt die Hose wie gewohnt an der Luft trocknen und legt sie danach für etwa 20 Minuten im Schongang in den Wäschetrockner. Niedrige Temperaturen sind hier ein Muss! Wer nicht über einen Trockner verfügt kann seine Kleidung auch bügeln. Auch hier gilt: Niedrige Temperatur und keinen Dampf verwenden. Zum Schutz wird, ähnlich wie bei Feinwäsche, ein Handtuch oder Bügelpapier zwischen Bügeleisen und Kleidungsstück gelegt.

Imprägnierung erneuern

Zwischenzeitig wird man immer mal wieder an einen Punkt gelangen, an dem die Imprägnierung der Regenhose erneuert werden muss. Leicht zu erkennen ist dies, wenn das Wasser nicht mehr wie gewohnt am Material abperlt.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Imprägnierung: die Sprüh-Imprägnierung und die Einwasch-Imprägnierung.

Die Sprühvariante wird nach dem Trocknen der Hose angewandt. Hierzu hängt man das Kleidungsstück auf und sprüht es von allen Seiten aus circa 20cm Entfernung ein. Wichtig ist, darauf zu achten, dass man die Hose komplett einsprüht, damit keine Schwachstellen entstehen. Dazu empfiehlt es sich, ein gutes Imprägnierspray zu kaufen, welches nicht durch mangelhafte Sprühleistung besticht.

Bei der Einwaschimprägnierung wird die Regenhose beim Waschvorgang imprägniert. Dazu startet man entweder einen separaten Vorgang oder benutzt ein Kombi-Präparat, welches gleichzeitig wäscht und anschließend imprägniert. Der Nachteil hierbei ist allerdings, dass das Material auch von innen imprägniert wird, was zur Folge hat, dass auch Schweiß nicht mehr so gut abtransportiert wird und die Atmungsaktivität der Regenhose enorm geschmälert wird.

Ausnahmefall: Chemische Reinigung

Im besten Falle reinigt ihr eure Regenhose nur mit der eigenen Maschine. Sollte sie aber dennoch so verschmutzt sein, dass sie eine chemische Reinigung benötigt, dann gebt in der Reinigungsfirma unbedingt Bescheid, dass sie reines, destilliertes Kohlenwasserstoff-Lösungmittel verwenden! Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass im Anschluss die Imprägnierung wiederhergestellt oder erneuert wird.

Als Faustformel gilt: Bei intensiver Nutzung sollte man Regenhosen etwa alle 14 Tage waschen, bei leichter Nutzung circa einmal im Monat – die Imprägnierung sollte nach jeder dritten Wäsche aufgefrischt werden!

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